Taiwanese Life – A to Z
Hier ein kleines Glossar zum Leben in Taiwan mit den wichtigsten Begriffen und Institutionen
Wird in Zukunft weiter ergaenzt werden.
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Convenient: am haeufigsten benutztes englisches Wort in Taiwan. In meinem Sprachgebrauch eigentlich gar nicht vorhanden, LEO sagt: „angenehm, bequem, guenstig, passend, praktisch, gelegen (..)“. Dass eine Sache „convenient“ ist, erscheint mir hier das wichtigste zu sein, koennte daran liegen, dass hier allgemein ungern groessere (oder auch kleinere) Strecken zu Fuss zurueck gelegt werden. Nahe Laeden in denen man die wichtigsten Sachen bekommen (siehe 7-11), Verkehrsmittel wie die MRT, kurz gesagt moeglichst gerne Entfernungen mit wenig Aufwand sind deshalb „convenient“.
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Dorm: Wohnheime sind ja allgemein bekannt. Das taiwanesische „dorm“ erscheint mir jedoch immer mehr wie etwas komplett anderes als ein deutsches Wohnheim. Erste und wichtigste Tatsache: Maenner und Frauen schlafen getrennt. Und es ist nicht nur so, dass einfach in verschiedenen Haeusern geschlafen wird, wie ich anfangs dachte, wenn man als Angehoeriger des jeweils anderen Geschlechts ein Wohnheim betritt, muss man sich am Empfang des Wohnheimes (zumindest bei mir) registrieren, seine ID-Card da lassen und bekommt eine schicke Besucher-Karte angesteckt. So weiss die Rezeption unten genau Bescheid, wenn man Besuch hat, ich frage mich, ob was passiert, wenn maennliche Besucher zu lange bleiben
. Besuche sind bis nachts um 12 erlaubt (immerhin), aber Uebernachtungen auf keinen Fall. Dafuer gibt es jedoch den Tiefgaragentrick. So gehoert zu meinem Wohnheim eine Tiefgarage. Durch diese kann man mit Besuch reingehen, ohne am Empfang vorbei zu muessen und dann direkt in den Aufzug steigen und zu seinem Zimmer fahren – very convenient
Weitere Eigenheiten der Wohnheime sind hier ausserdem, dass es meistens Mehrbettzimmer gibt (mein Einzelzimmer ist doch sehr luxurioes), natuerlich keine Kuechen, aber immerhin haben die Zimmer bei mir eigene Badezimmer.
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Fahrradparkplaetze: Durchaus ein auch in Deutschland bekanntes Konzept – hier steckt jedoch mehr dahinter, wie ich heute schmerzhaft feststellen musste. Mein Fahrrad wurde abgeschleppt! Unglaublich aber wahr. Hier in Taipei, besonders aber auf dem NTU Campus, gibt es ausgewiesene Fahrradparkplaetze. Das heisst, man stellt zum einen in der Stadt sein Fahrrad nicht irgendwo hin, sondern sollte schon darauf achten, dass dort schon mehrere Fahrraeder stehen und es damit erlaubt ist (was ich auch bislang instinktiv gemacht habe), zum anderen gibt es aber auf dem Campus aber auch zeitbeschraenkte (!!) Fahrradparkplaetze – leider sind die Schilder dazu nur auf chinesisch und deshalb fuer mich nicht verstaendlich. Bis dann heute mein Fahrrad nicht mehr da war und ich es deshalb vom grossen “Fahrradlager” abholen muss – hoffentlich wurde es noch nicht versteigert
Die Geschichte wird aber noch besser: Mein Rad hat naemlich keine license plate – auf deutsch kein Nummernschild!:-D Fahrraeder darf man naemlich nicht nur nicht falsch parken hier auf dem Campus, nein, sie muessen auch noch registriert sein! Das heisst, um “mein” Rad wiederzubekommen, muss ich es erst auf Prof. Tans Namen registrieren, es dann abholen und dann noch reparieren lassen, platt ist es naemlich auch noch. Kurz gesagt, das Rad wird mir immer unsympathischer!!
Fussboden: Der Fussboden hier ist dreckig. Er muss es sein. Anders kann ich mir nicht erklaeren, dass Allie, meine Betreuerin, mir zwei Tage lang versucht hat beizubringen, meine (Hand)tasche doch bitte nicht auf den Fussboden zu stellen! Anfangs ist mir das gar nicht so aufgefallen und bewusst geworden, dass ich meine Sachen immer auf den Fussboden stelle, ist ja auch irgendwie normal, obwohl ich schon von einigen anderen Kollegen darauf hingewiesen wurde, meine Tasche doch lieber auf den Stuhl neben mir zu stellen. Als mich Allie jedoch am Flughafen fragte, warum ich eigentlich immer meine Tasche auf den Fussboden stellen wuerde und sehr irritiert dabei war, wurde mir langsam bewusst, dass ich da schon fast ein kulturelles faux-pas begehe. Also, in Zukunft daran denken: der taiwanesische Fussboden ist dreckig!
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HSR: High Speed Railway. Der Stolz der Taiwanesen. Verbindet Taipei im Norden mit Kaoshiung fast ganz im Sueden in nur 90 min. Im Prinzip wie ICE, fuer mich liegt ein Problem darin, dass die Bahnhoefe der HSR oft ausserhalb der Stadt liegen. Das heisst, man legt groessere Strecken zwar wirklich schnell zurueck, kann aber nochmal mindestens eine halbe Stunde einplanen, um aus der Stadt zum Bahnhof zu kommen (zumindest war das in Tainan so). Faehrt bestimmt nur so gut, weil man Schwesterchen immer Teile hierher schickt
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Klimaanlage: Klimaanlagen bestimmen das taiwanesische Leben. Ein Leben ohne Klimaanlage ist nicht denkbar. Ich frage mich wirklich, wie Taiwan vor der Erfindung der Klimaanlage war. Als meine Klimaanlage kaputt war, boten mir meine Kollegen an, dass ich doch im Buero bleiben koennte, bis ich ins Bett gehe, da dort die Klimaanlage funktioniert
Ich muss zugeben, ich bin schon sehr gluecklich, dass es Klimaanlagen gibt, auch in meinem Zimmer, welche mir einen angenehmen Schlaf bei 26 Grad Celsius ermoeglicht. Trotzdem ist die taiwanesische Nutzung der Klimaanlagen definitiv uebertrieben. Bei jeder laengeren Zugfahrt hole ich mir eine Erkaeltung und bin kurz vor’m Erfrieren weil es sich anfuehlt wie am Nordpol – kein Wunder, wenn man sich mit kurzen Sachen und Sandalen bei unter 20 Grad Celsius Raumtemperatur aufhaelt. So umweltbewusst die Taiwanesen auch bei manchen Sachen wie der Muelltrennung sind, in diesem Fall sollten sie sich definitiv ueberlegen, ob es notwendig ist, in allen Innenraeumen polare Verhaeltnisse zu schaffen!
Klimakarte: Eng verknuepft mit der Klimaanlage, logischerweise. Klimaanlagen sind naemlich nicht nur stoerend, sondern wie schon geschrieben zumindest nachts sehr angenehm. Jedoch funktionieren sie in den Wohnheimen nur mit „Klimakarten“. Das sind so eine Art Scheckkarten, auf die man Geld auflaedt und die zumindest in meinem Zimmer die komplette Stromversorgung kontrollieren. Da der Zaehler mir jeden Morgen anzeigt, wieviel meine Klimaanlage nachts gekostet hat, weiss ich immerhin mittlerweile, dass Strom teuer und vor allem Klimaanlagen ziemlich energieaufwaendig sind.
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Messenger: Meist MSN, z.T. auch Skype laeuft hier bei jedem auf dem Computer, auch und besonders waehrend der Arbeit. Nicht, dass ich das zu Hause nicht auch manchmal machen wuerde, aber selbst, wenn man nur zwei Raeume entfernt sitzt, wird ueber Messenger kommuniziert. Meine moeglichen Erklaerungen sind a) es ist convenient b) man muss sich nicht bewegen c) Englischkenntnisse koennten im Fall meiner Kommunikation mit den Kollegen auch noch mit reinspielen, schriftlich kommunizieren ist da einfacher als muendlich.
MRT: kurz fuer Mass Rapid Transit, die Metro in Taipei. Auch fuer nicht-chinesisch sprechende Menschen sehr einfach zu benutzen, es gibt da die „Easy Card“, die man einfach aufladen kann, beim Betreten des Bahnsteiges wird sie gescannt und beim Verlassen an der naechsten Station auch wieder, daraus berechnet sich der Preis, den man bezahlen muss. Sehr komfortabel, dieses System, vor allem, da man es auch beim Bus fahren benutzen kann bzw. die mehr oder weniger kostenlos unbegrenzt Metro fahren (soll ja sehr schoen sein
), wenn man an der gleichen Stelle wieder aussteigt, wo man eingestiegen ist. Das Metronetz in Taipei ist gut ausgebaut und man kommt sehr einfach ueberall hin, sollte jedoch bedenken, dass Umsteigen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen kann, da die Haltestellen z.T. riesig sind und es bis zu 10 min dauern kann, nur von einem Bahnsteig zum naechsten zu kommen.
Muelleimer: Praktisch nicht existent in Taiwan. Eigentlich unglaublich, wenn man bedenkt, wieviel Muell man taeglich beim Essen und Trinken kaufen bekommt. Essen in Plastiktueten, Pappbechern, Papiertueten, Saefte in Plastikbechern, der Strohhalm noch einmal in Extraplastikverpackung.. Und dann laeuft man mehrere Stunden mit dem Muell in der Hand durch die Strassen, weil es wirklich einfach keine Muelleimer gibt. Trotzdem ist Taipei zumindest was den Muell betrifft sauberer als Bonn, wirklich unglaublich..
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Nap: laesst sich am besten mit „Nickerchen“ uebersetzen. Auch eine taiwanesische Institution. „Taking a nap“ macht jeder im Lauf des Tages, entweder in einem bequemen Buerostuhl, bei dem man sich nach hinten lehnen kann, oder auch einfach mit dem Kopf auf dem Schreibtisch. Begruendet liegt das vielleicht darin, dass die Buerozeiten hier deutlich laenger sind als bei uns. Angefangen wird zwar erst zwischen halb 10 und 11, dafuer aber oft auch bis in die Nacht hinein gearbeitet bzw. im Buero geblieben, so dass so ein Nap sehr hilfreich ist.
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Roller: DAS Verkehrsmittel ueberhaupt. Eigentlich hat jeder einen Roller und nimmt ihn fuer noch so kurze Distanzen, von denen ich glaube, dass sie gerade in Stosszeiten zu Fuss viel schneller zu ueberbruecken waeren – siehe auch”Verkehr”. Wahrscheinlich wieder einfach „convenient“, so ein Roller. Ich muss aber auch zugeben, dass hinten auf dem Roller mitfahren definitiv zu den besten Sachen gehoert, die man in Taipei machen kann. Der Fahrtwind kuehl angenehm und man kann in Ruhe gucken und das Leben auf und an der Strasse geniessen. Von Schutzkleidung wird hier jedoch nichts gehalten, ein Helm ist zwar Pflicht, aber die Helme hier wuerden in Deutschland wahrscheinlich nicht als Helme anerkannt und ich bin bislang auch immer in kurzer Hose oder mit Rock und Sandalen mitgefahren – wobei ich mich meist zumindest am Anfang eher unwohl gefuehlt habe.
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7-11: Ein convenience (siehe „convenient“) store, nein, eigentlich nicht nur ein, sondern DER convenience store. Gibt es hier an jeder Ecke, man kann dort alle moeglichen Sachen kaufen: gekuehlten Getraenke, fertig verpackte Lebensmittel, Kaffee und alle anderen Dinge, die Taiwanesen fuer „convenient“ halten – also auch Batterien, Regenschirme, eingelegte Eier, Kinderspielzeug. Sachen, bei denen ich es convenient faende, sie dort zu bekommen, zum Beispiel Zucker fuer meinen Tee, gibt es dort nicht. Dazu muss man dann wieder in einen Supermarkt gehen, von denen es hier aber nicht so viele gibt.
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Tea: Zu meiner Freude wird hier sehr viel Tee getrunken. Nicht jedoch warm, was aufgrund des Klimas auch nicht so angenehm waere, sondern mindestens kalt, meist mit Eiswuerfeln. Im 7-11 findet sich eine Riesenauswahl an Tee in 0,5 Liter Flaschen und in fast jeder Strasse findet sich eine Art Tee-Bar, wo man am Tresen Tee in Plastikbechern mit Deckel und Strohhalm kaufen kann. Tee ist jedoch nicht nur gruener Tee und schwarzer Tee (der hier uebrigens roter Tee heisst), im Tee koennen sich auch diverse andere Sachen finden. So wird Tee oft mit Frucht(saeften) gemischt, meine Lieblingsmischung ist mit Maracuja, ausserdem gibt es noch Tee mit Sojamilch drinnen und kleinen (oder groesseren) Taipioca-Baellchen, welche ungeheuer satt machen, das ist dann Bubble Milk Tea.
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Verkehr: Ein Thema, was mich jeden Tag wieder beschaeftigt. Einige Verkehrsmittel habe ich ja schon beschrieben, nun soll es um die Hauptfortbewegungsweise von mir selbst gehen: Zu Fuss. Zur Lauffaulheit der Taiwanesen hatte ich ja schon etwas geschrieben. Nun ist es so, dass wenn sie denn mal zu Fuss gehen, dies definitiv in einem Tempo tun, welches mich zur Weissglut treibt! Ich bin ja in der Bonner Fussgaengerzone schon immer sehr genervt von den vielen bummelnden Menschen, aber hier schleichen die Leute! Und dabei soll es in Taipei noch schnell vorangehen. Als ich von einem Kollegen Mecker bekam, warum ich denn so rennen wuerde, meinte ich, dass hier alle so unglaublich langsam laufen wuerden – woraufhin er meinte, dass die Leute in Taipei doch ziemlich schnell gehen wuerden. Wohl alles eine Frage der Sichtweise.
Verkehrsregeln: Interessant sind auch noch die Verkehrsregeln. So sind sie, wie ich herausgefunden hab, im Prinzip die gleichen wie in Deutschland – man merkt nur nichts davon. Wenn ich gerade in der ersten Zeit mit einem Kollegen Abendessen gegangen bin, wurde ich von ihm regelmaessig an den Kreuzungen festgehalten, wenn die Fussgaengerampel auf gruen sprang. „Gruen“ ist hier naemlich nicht gleich gehen. Taiwanesisches Gruen heisst, dass ich warten muss, bis der erste Pulk Roller und Autos links (oder auch rechts) ueber meine Ampel/Zebrastreifen abgebogen sind und ich dann vorsichtig loslaufen kann, immer dabei aufpassend, dass mich der naechste Roller nicht umnietet. In den Strassen hier herrscht wirklich gerade zu den Stosszeiten zumindest in meinen Augen das komplette Verkehrschaos, Roller wie Radfahrer schlaengeln sich zwischen den Autos durch, auf moegliche Fussgaenger an der Strasse wird dabei keine Ruecksicht genommen, so dass mich besagter Kollege immer zwingt, auf der „Kinderseite“ zu gehen
Immerhin bin ich bislang noch nicht umgenietet wurden, wie er es vorausgesagt hat – aber ich habe mir auch angewoehnt, immer ganz genau zu gucken, von wo ueberall noch ein Roller kommen koennte, wenn ich ueber die Strasse gehe.